Vorsicht beim Auspusten von Ostereiern

Bild von Pit
07.03.2008 - 00:58

Richtiger Umgang mit rohen Eiern hilft, Salmonellen-Infektionen zu vermeiden

Zur Osterzeit werden in vielen Familien, Schulen und Kinderg√§rten rohe Eier ausgepustet und bemalt. Dabei ist Vorsicht geboten: Auf den Eiern k√∂nnen Salmonellen und andere Keime vorkommen, und insbesondere Kinder k√∂nnen sich damit infizieren. Eier dienen zu Ostern nicht nur der Dekoration, sondern werden vor allem auch gegessen. Hart gekochte Eier sind besonders beliebt und - im Hinblick auf Salmonellen - auch sicher. Denn Keime √ľberleben die Temperaturen, die beim Kochen erreicht werden, nicht. Doch unbegrenzt haltbar sind auch hart gekochte Eier nicht. Das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) nimmt das bevorstehende Osterfest zum Anlass, auf ein paar einfache Hygieneregeln beim Umgang mit Eiern hinzuweisen. "Durch den richtigen Umgang mit empfindlichen Lebensmitteln k√∂nnen unangenehme, bisweilen sogar gef√§hrliche Lebensmittelinfektionen vermieden werden, die richtige Lagerung verl√§ngert die Haltbarkeit der Lebensmittel", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Pr√§sident des BfR.

J√§hrlich werden in Deutschland mehr als 50.000 Salmonelleninfektionen gemeldet, die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches h√∂her. Grund f√ľr die Infektionen ist immer mangelnde Hygiene, auch in der heimischen K√ľche. Salmonelleninfektionen - auch Salmonellosen genannt - sind in erster Linie unangenehme Durchfallerkrankungen, h√§ufig gehen sie mit Erbrechen und Kopfschmerzen einher. Da Kinder unter f√ľnf Jahren besonders empfindlich sind, k√∂nnen Salmonellosen bei ihnen, ebenso wie bei √§lteren und kranken Menschen, aber auch schwerer verlaufen, in Einzelf√§llen sogar t√∂dlich.

Neben rohem Gefl√ľgelfleisch sind rohe Eier eine der Hauptquellen f√ľr Salmonellen. Bei Untersuchungen im Rahmen des Salmonellen-Monitorings von Legehennen im Jahr 2005 wurden Salmonellen in 29 Prozent der in Deutschland untersuchten Herden nachgewiesen. Im selben Jahr waren bei Routineuntersuchungen rund 0,5 Prozent der untersuchten Eier Salmonella-positiv. Die Keime k√∂nnen auf der Schale sein, seltener auch im Eigelb. Kinder sollten deshalb nach M√∂glichkeit √ľberhaupt nicht mit rohem Ei in Kontakt kommen, vor allem sollten sie keine Eier mit dem Mund auspusten, um eine Salmonelleninfektion zu verhindern.

Auf den beliebten vor√∂sterlichen Brauch muss trotzdem niemand verzichten: Mit einem d√ľnnen Strohhalm, einer Einwegspritze mit Kan√ľle oder einem speziellem Blasebalg lassen sich die Eier ebenso gut ausblasen und sp√ľlen. Und wer auch noch die folgenden Tipps beachtet, schlie√üt eine Magen-Darm-Infektion ziemlich sicher aus:

- Nur saubere, frische Eier ausblasen und bemalen
- Eier vorsichtig anbohren und die verwendeten Werkzeuge gr√ľndlich reinigen
- Die ausgeblasenen Eier vor dem Verzieren au√üen und innen mit lauwarmem Wasser und wenig Sp√ľlmittel gr√ľndlich reinigen und mit K√ľchenpapier sorgf√§ltig trocken tupfen
- Verspritztes Eiwei√ü oder Eigelb mit K√ľchenpapier entfernen und Arbeitsfl√§chen gr√ľndlich reinigen
- H√§nde nach dem Auspusten und Verzieren von rohen Eiern gr√ľndlich mit warmem Wasser und Seife waschen und gut abtrocknen

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann hart gekochte Eier oder solche aus Holz, Styropor, oder Kunststoff bemalen.

Verbraucher, die Eier kochen und f√§rben, um sie zur Osterzeit zu essen, sollten darauf achten, dass die Schale nicht besch√§digt ist: Diese Eier verderben schneller, weil Keime √ľber die Schalenrisse in das Ei-Innere eindringen und sich dort vermehren k√∂nnen. Aus dem gleichen Grund sollen Eier nach dem Kochen nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden. Hart gekochte Eier sollten immer k√ľhl, trocken und sauber aufbewahrt werden.

Anders als selbst gekochte Eier sind bereits gekochte und gef√§rbte Eier aus dem Handel √ľber mehrere Wochen bei Raumtemperatur haltbar, sofern die Schale nicht besch√§digt ist. Diese Eier werden nach dem F√§rben mit einem Schutzlack behandelt, der das Eindringen von Keimen verhindern soll. Sie sollten trotzdem nach dem Kauf im K√ľhlschrank aufbewahrt werden.

Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de/cm/276/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_oster...




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