DER STORCH
Der Storch kommt aus Egypterland,
Weil Frühlingslüfte riefen.
Er steht auf seinem alten Stand
Und klappert Hieroglyphen.
Da nun Poeten überall
Der Vogelsprache kundig,
So auch den ganzen Klapperschwall
Des braven Storchs verstund ich.
Da er zurück von Pyramid',
Von Nil und Krokodil kam,
So war's ein gar vergnüglich Lied
Vom wunderschönen Nilschlamm.
Ein jeder Storch am Nilschlamm hängt
Und klapprig ihm zu Muth wird,
Wenn er an seinen Nilschlamm denkt,
Und wie's dem Storch da gut wird!
Da krabbelt's hin, da krabbelt's her,
Und allerwegen hüpft es! -
Man geht umher und schmauset sehr,
So glatt hernieder schlüpft es.
Auch weiß der Störche Tradition
Aus grauer Zeit zu sagen:
Die wundervolle Märe von
Egyptens sieben Plagen.
Die Frösche millionenweis'!
Das war ein Morden schmausend! -
O Zeit, du aller Zeiten Preis,
Du schwandest manch Jahrtausend!
Doch ward erzählt von Ahn zu Ahn
Die Sage so vorzüglich -
Jetzt denkt auch dieser Storch daran
Und klappert so vergnüglich.
(Heinrich Seidel)
Kommentare
Storch und Osterhase
Storch, Storch, Schnibel, Schnabel,
mit der langen, spitzen Gabel,
mit den langen Beinen!
Wenn die Sonn' tut scheinen,
steht er auf dem Kirchendach,
klappert laut, bis alles erwacht.
Storch hat sich aufs Nest gestellt,
guckt herab auf Dorf und Feld:
"Wird bald Ostern sein!
Kommt hervor, ihr Blümelein,
komm hervor, du grünes Gras,
komm herbei, du Osterhas'!
Komm fein bald und fehl mir nit!
Bring auch viele Eier mit!"
Volksreim
Die Fröschelein, die Fröschelein
das ist ein lust’ger Chor.
Sie haben ja, sie haben ja
kein Schwänzchen und kein Ohr
Quack, quack, quack
Und kommt der Storch
und kommt der Storch
dann schlupfen sie ins Moor.
Und singen dann
und singen dann
viel leiser als zuvor
Quack, quack, quack
Und scheint der Mond
und scheint der Mond
Dann kommen sie hervor
Und singen dann
und singen dann
viel lauter als zuvor
Quack, quack, quack
Verfasser unbekannt
Der Storch
Habt ihr noch nicht vernommen?
Am Dache sitzt er schon!
Der Storch ist heimgekommen;
hört doch den frohen Ton!
Klapper diklapp, klapper diklapp,
klapper nur, klapper du
immerzu!
Heinrich hoffmann von Fallersleben
Der gelbe Storch
Im fernen China, in der Stadt Futschou, lebte einst ein armer Student. Er hieß Mi und war so arm, daß er nicht einmal eine Tasse Tee bezahlen konnte. Mi wäre sicherlich Hungers gestorben, aber ein Gastwirt hatte Mitleid mit ihm und gab ihm zu essen und zu trinken, ohne Geld dafür zu fordern.Eines Tages kam Mi zum Gastwirt und sagte: „Ich gehe fort. Geld habe ich nicht, um alles, was ich hier gegessen und getrunken habe, zu bezahlen.
Ich möchte aber nicht undankbar sein. Darum schau her!" Er nahm ein Stück gelber Kreide aus der Tasche und zeichnete einen Storch an die Wand der Teestube. Der Storch sah wie lebendig aus, nur daß er gelb war. „Dieser Storch", sagte Mi, „bringt dir zehnmal mehr Geld ein, als ich dir schulde. Wenn Gäste sich versammeln und dreimal in die Hände klatschen, wird er von der Wand steigen und tanzen. Merk dir aber eines: Laß den Storch niemals für einen Menschen allein tanzen. Sollte aber doch solch ein Unglück geschehen, so mußt du wissen, daß der Storch das letzte Mal getanzt hat. Und nun auf Wiedersehn !" Der Gastwirt war verwundert, beschloß aber, dies auszuprobieren. Als sich am nächsten Tag viele Gäste in seiner Teestube versammelt hatten, bat er alle, dreimal in die Hände zu klatschen. Sofort stieg der Storch von der Wand herunter und tanzte! Und wie lustig und anmutig er tanzte! Dann trat er wieder an seinen Platz zurück. Die Gäste waren entzückt und verwundert, sie staunten und wollten ihren eigenen Augen nicht trauen. So war es jedes Mal.
Die Kunde von diesem Wunder verbreitete sich weit über das Land. Die Leute strömten in Scharen zur Teestube, und der Gastwirt wurde schnell wohlhabend. Das Versprechen des Studenten Mi ging in Erfüllung. Einmal kam ein reicher Beamter in die Teestube. Er sah, daß ringsum nur Bauern und Handwerker saßen, ärgerte sich darüber und befahl, alle fortzujagen.Diener kamen mit Stöcken herbeigelaufen, das Volk stob auseinander, und der Beamte blieb allein in der Teestube. Er legte einen Beutel Gold vor den Gastwirt hin und verlangte, daß der Storch für ihn tanze. Als der Gastwirt das Geld sah, vergaß er die Warnung des Studenten Mi und klatschte dreimal in die Hände. Der Storch stieg unlustig von der Wand herab und tanzte nur einmal im Kreise herum. Er sah traurig und krank aus. Dann ging er an seinen Platz zurück und rührte sich nicht mehr. Der reiche Bauer schrie und tobte, konnte aber nichts ändern.
In der gleichen Nacht wurde stark an die Tür der Teestube geklopft. Der Gastwirt öffnete die Tür, und vor ihm stand wortlos der Student Mi. Er holte eine Flöte aus seiner Tasche, spielte darauf und schritt, ohne sich umzusehn, davon. Der Storch schüttelte sich, sprang von der Wand herunter und folgte ihm. Seit dieser Zeit hat niemand mehr den Studenten Mi und seinen wunderbaren Storch gesehen.
Alte Leute sagen, daß - wenn sich irgendwo ein solches Wunder zeigt - es für alle ist. Wenn sich aber nur ein einziger dieses Wunders bemächtigt, dann ist es plötzlich nicht mehr da - dann verschwindet es ganz gewiß für immer.
Chinesisches Volksmärchen
Ach Storch
Ach Storch, du fliegst nach Afrika
fort, über Flüsse und Hügel.
Ich bleibe hier, es wachsen mir l
eider keine Flügel.
Ach Storch, nimm meine Grüße mit.
Grüß auch die Elefanten.
Ich mag sie sehr, sie sind so schwer
wie tausend dicke Tanten.
Ach Storch, wenn du da Palmen siehst:
Sie sind mir lieb wie Buchen.
Hätten sie Zeit, wär's nicht so weit -
sie könnten mich besuchen.
Ach Storch, und wenn du Kinder triffst,
ganz schwarz mit nackten Waden,
sie sind so fern, doch ich habe sie gern:
Ich möchte mit ihnen baden.
Fred Rodrian
Der Frosch
Ich bin an den Bach gegangen und habe einen Frosch gefangen. ich hab ihn in die Hand genommen doch plötzlich ist er weggeschwommen. Auf einmal ist ein Storch gekommen und hat sich den Frosch genomm...
Dank dem Klapperstorch
Wenn der Frühling kommt ins Land
und der Schnee zerrinnt,
dann weht auch, wie allbekannt,
ein sehr warmer Wind.
Alle Bäume werden grün,
und bald heißt es dann:
"Störche, Kinder, seht nur hin,
fangen zu klappern an!"
Alle Kinder Stellen sich ein
und beginnen sofort zu schreien:
"Klapperstorch, du guter,
bring mir einen Bruder!
Klapperstorch, mein Bester,
bring mir eine Schwester!"
Doch der Storch hat Mücken viel,
wo man ihn beghert
läßt er warten und bleibt kühl,
als ob er nicht hört.
Manchmal aber klappt es doch,
und er bringt was, horch:
alle schreien noch und noch:
"Danke, Klapperstorch!"
Volkstümliches Kinderlied
Gedicht vom Storch
Der Storch ließ auf dem Dach sich nieder
und sprach: da Kinder bin ich wieder.
Nun saget mir, was ist geschehn,
seit ich das Dörfchen nicht gesehn.
Ei, sprach der Hans, in diesen Tagen
hat sich vieles zugetragen.
Mein Vater kaufte eine Kuh
und meiner Schwester neue Schuh.
Ich hab an Größe zugenommen
und jetzt auch Stiefel und Hose bekommen.
Zu Weihnachten kriegte ich ein Schwert
und ein sehr wildes Wiegenpferd.
Und in die Schule geht, mein Bester,
jetzt auch die Suse, meine Schwester.
Und weil sie neulich nichts gewusst,
hat sie da bleiben schon gemusst.
Pfui Hans, begann der Storch zu klappern,
man darf nicht aus der Schule plappern!
Die Störche
In einem kleinen Dorfe war auf dem letzten Haus ein großes Storchennest. Die Storchmutter saß im Nest, und die vier kleinen Jungen streckten ihre Köpfe heraus. Die Schnäbel waren noch klein und schwarz, denn sie waren noch nicht rot geworden. Ein kleines Stück entfernt stand der Storchvater, ganz stramm und steif auf einem Dach. Er hatte das eine Bein ganz angezogen, während er auf seiner Wache stand. Fast hätte man glauben mögen, er sei aus Holz geschnitzt, so still stand er auf dem einem Bein. "Es sieht gewiss recht vornehm aus, dass meine Frau eine Wache beim Neste hat!", dachte er. "Wer weiß denn schon, dass ich ihr Mann bin!" Und er fuhr fort, auf einem Beine zu stehen.
Unten auf der Straße spielte eine Schar Kinder. Als sie die Störche sahen, sang ein Knabe den alten Vers von den Störchen, und später sangen sie alle zusammen:
"Storch, Storch, fliege heim,
stehe nicht auf einem Bein.
Deine Frau im Neste liegt,
wo sie ihre Jungen wiegt.
Das eine wird gehängt,
das andere wird versengt,
das dritte man erschießt,
wenn man das vierte spießt!"
"Höre nur, was die Kinder singen!", riefen die kleinen Storchkinder. "Sie singen, wir sollen gehängt und versengt werden!" "Kümmert euch nicht darum!", erwiderte die Storchmutter. "Hört einfach nicht darauf. Es wird euch schon nichts geschehen." Aber die Dorfkinder sangen weiter, und sie machten das Klappern der Störche mit ihren Fingern nach.
Unter den Kindern war auch ein Knabe, der Peter hieß. Er sagte, es sei unrecht, die Tiere zu verspotten, und wollte auch gar nicht mit dabei sein. Die Storchmutter aber tröstete ihre vier Jungen und sagte. "Kümmert euch nicht darum. Seht nur, wie ruhig euer Vater steht, und das auf einem Beine!" "Wir fürchten uns doch so sehr!", riefen die jungen Störche und zogen die Köpfe tief in das Nest zurück.
Am nächsten Tag, als die Dorfkinder wieder zum Spielen kamen und die Störche erblickten, stimmten sie wieder ihr Spottlied an. "Werden wir wohl gehängt und versengt?", fragten die Jungen Störche. "Nein, sicher nicht!", antwortete die Mutter. "Lieber solltet ihr fliegen lernen. Dann fliegen wir hinaus auf die Wiese und besuchen die Frösche, denn die verneigen sich vor uns und singen 'koax, koax'. Das wird ein rechtes Vergnügen, und dann essen wir sie auf."
"Und was kommt danach?", fragten die Storchjungen. "Dann versammeln sich alle Störche, die hier im Lande sind, zur Herbstübung. Da muss man schon gut fliegen können, und das ist von großer Wichtigkeit. Denn wer nicht ordentlich fliegen kann, wird vom Obersten mit dem Schnabel tot gestochen. Ihr solltet euch also anstrengen, wenn das Üben beginnt!"
"Dann werden wir ja doch aufgespießt, wie die Knaben es sagten. - Hört nur, jetzt singen sie es schon wieder!" "So hört doch nur auf mich, nicht auf die Kinder", erwiderte die Storchmutter. "Nach der großen Herbstübung fliegen wir in die warmen Länder, weit, weit weg von hier. Wir fliegen über Berge und Wälder nach Ägypten, wo es dreieckige Steinhäuser gibt, die in eine Spitze auslaufen. Sie ragen bis über die Wolken und werden Pyramiden genannt. Sie sind viel, viel älter, als ein Storch es je zu denken vermag. In Ägypten gibt es auch ein Fluss, der aus seinem Bette tritt, und das ganze Land mit Schlamm bedeckt. Dort könnt ihr im Schlamme gehen und Frösche essen, so viel ihr wollt."
"Oh", riefen alle Jungen, "das muss herrlich sein!" "Und denkt euch", sagte die Storchmutter, "man tut den ganzen Tag nichts anderes als essen, während hier im Dorfe kein grünes Blatt mehr auf den Bäumen ist. Hier im Dorfe wird es so kalt, dass die Wolken in Stücke frieren und in kleinen weißen Lappen herunterfallen!" - Sie meinte damit den Schnee, aber sie konnte es nicht besser erklären.
"Frieren denn auch die unartigen Knaben in Stücke?", fragten die jungen Störche. "Nein, in Stücke frieren sie nicht, aber sie sind nahe daran und müssen in der dunklen Stube sitzen und zittern. Ihr hingegen könnt in fremden Ländern umherfliegen, wo es Blumen und warmen Sonnenschein gibt!"
Die Zeit verging, und die Jungen waren so groß geworden, dass sie im Neste aufrecht stehen und umhergehen konnten. Jeden Tag kam der Storchvater mit schönen Fröschen, kleinen Schlangen und anderen Storchleckereien geflogen, die er hier und dort finden konnte. Oh, das sah schon lustig aus, wenn er ihnen dazu auch noch Kunststücke vormachte! So legte der Storchvater den Kopf auf den Schwanz und klapperte mit dem Schnabel, als wäre er eine kleine Knarre. Und dann erzählte er Geschichten vom großen Sumpf.
Eines Tages aber sagte die Storchmutter: "Hört meine Kinder, nun müsst ihr fliegen lernen!" Da mussten alle vier Jungen hinaus auf den Dachrücken. Oh, wie sie schwankten, und wie sie mit den Flügeln flatterten. Sie waren nahe daran, hinunterzufallen und hatten große Mühe, das Gleichgewicht zu halten. "Schaut her!", rief die Mutter. "So müsst ihr den Kopf halten, so müsst ihr die Füße stellen! Eins, zwei! Eins, zwei! Das ist es, was euch fortbringen wird!"
Dann flog sie ein kleines Stück, und die Jungen machten einen kleinen, unbeholfenen Sprung. Bums, da lagen sie, denn ihr Körper war zu schwerfällig. "Ich will nicht fliegen", sagte das eine Junge und kroch wieder in das Nest zurück. Die Storchmutter klapperte aufgeregt und sprach: "Willst du denn hier erfrieren, wenn es Winter wird? Sollen die Knaben dich hängen, sengen und braten? Nun, ich kann sie ja gleich rufen!" "Oh nein!", schrie der junge Storch und hüpfte wieder auf das Dach zu den anderen.
Am dritten Tag konnten die Storchjungen schon ein bisschen fliegen. Da glaubten sie, dass sie auch schweben und sich in der Luft ausruhen könnten. Sie versuchten es, aber bums, purzelten sie herab und mussten schnell wieder die Flügel rühren.
Nun sahen sie auch die Knaben unten auf der Straße, die da sangen: "Storch, Storch, fliege heim!" "Wollen wir nicht hinunterfliegen und sie vertreiben?", fragte einer von den jungen Störchen. "Nein, lasst das!", sagte die Mutter. "Hört auf mich, das ist weit wichtiger! Eins, zwei, drei! Nun fliegen wir rechts herum. Eins, zwei, drei! Nun links um den Schornstein. - So, das war schon recht ordentlich. Der letzte Schlag mit den Flügeln war so geschickt, dass ich euch erlauben will, morgen mit mir in den Sumpf zu fliegen. Dort werden wir mehrere Storchfamilien mit ihren Kindern treffen. Zeigt mir also, dass ihr die Klügsten seid und dass ihr recht eindrucksvoll stolzieren könnt. Das sieht gut aus und verschafft uns Ansehen!"
"Aber sollen wir die unartigen Buben nicht bestrafen?", fragten die jungen Störche. "Lasst sie nur schreien", antwortete die Storchmutter. "Ihr fliegt doch zu den Wolken auf und kommt ins Land der Pyramiden. Was kümmert es euch, wenn die Buben frieren müssen und kein grünes Blatt und keinen süßen Apfel haben!" "Ja, aber wir wollen sie trotzdem bestrafen", flüsterten sie einander zu, und dann wurde wieder geübt.
Die jungen Störche wurden mit der Zeit immer größer und wollten es nicht mehr länger dulden, dass die Buben ihre Spottlieder sangen. Von allen Knaben auf der Straße war aber keiner so schlimm, wie ein ganz kleiner, der wohl gerade sechs Jahre alt war. Die Storchmutter musste versprechen, dass dieser Frechdachs bestraft werden sollte, aber erst am letzten Tage vor der großen Reise. "Wir müssen ja erst sehen, ob ihr euch bei der großen Übung gut benehmt", sagte die Mutter. "Besteht ihr schlecht, wird der Oberst euch den Schnabel durch die Brust stechen, dann haben die Knaben ja recht. Lasst uns also sehen!" "Ja, so soll es sein", sagten die Jungen und gaben sich alle Mühe. Sie übten jeden Tag und flogen so schön und leicht, dass man staunen konnte.
Nun kam der Herbst. Alle Störche sammelten sich, um in die warmen Länder zu ziehen. War das anstrengend! Über Wälder und Dörfer mussten die jungen Störche gleiten, nur um zu zeigen, wie sie fliegen konnten. Denn es war ja eine lange Reise, die ihnen bevorstand. Die jungen Störche machten ihre Sache so gut, dass sie "Ausgezeichnet mit Frosch und Schlange" erhielten. Das war das beste Zeugnis, das überhaupt ausgestellt werden konnte, und den Frosch und die Schlange durften sie essen. Das taten sie dann auch.
"Jetzt wollen wir den frechen Buben aber bestrafen", sagten die jungen Störche. "Ja, gewiss", sagte die Storchmutter. "Was ich mir ausgedacht habe, ist gerade das Richtige! Ich weiß, wo der Teich ist, in dem alle kleinen Menschenkinder liegen, bevor der Storch kommt und sie den Eltern bringt. Die niedlichsten kleinen Kinder schlafen und träumen so lieblich, wie sie es später nie mehr tun. Alle Eltern wollen gerne solch ein kleines Kind haben, und alle Kinder wollen eine Schwester oder einen Bruder haben. Nun wollen wir zu dem Teiche fliegen und ein Geschwisterchen für jedes Kind im Dorfe holen, das uns nicht so sehr geärgert hat!"
"Aber was machen wir mit dem besonders schlimmen Buben?", fragten die jungen Störche aufgeregt. "Für den holen wir weder Brüderchen noch Schwesterchen aus dem Teiche. Dann muss er weinen, weil er alleine bleibt! Aber dem guten Knaben - ihr habt ihn doch nicht vergessen - dem wollen wir einen Bruder und zugleich eine Schwester bringen. Und weil der gute Knabe Peter heißt, sollt auch ihr allesamt Peter heißen!" Und es geschah, wie die Storchmutter es sagte.
Märchen von Hans Christian Andersen (1805-1875)